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Bericht aus dem Badischen Tagblatt

Immer mehr Gäste in der Pension

Rastatter Tierheim mit Vermittlungsquote zufrieden / Neues Freigehege geplant

Rastatt (fuv) – Der Pensionsbetrieb im Rastatter Tierheim gewinnt für den Tierschutzverein als Träger des Hauses eine immer größere Bedeutung – auch aus finanziellen Gründen.

Im vergangenen Jahr wurde 27 Hunde im Tierheim abgegeben; bis auf ein Tier wurden alle vermittelt, wie aus der Jahresbilanz hervorgeht. Derzeit warten acht Hunde auf ein neues Herrchen oder Frauchen. Von 32 Fundhunden wurden 26 von den Besitzern wieder abgeholt. Die Vereinsvorsitzende Daniela Pergola und Tierheim-Leiterin Nadescha Roth werten es bei der guten Vermittlungsquote als besonders erfreulich, dass auch für alte Hunde eine neue Bleibe gefunden werden konnte.

Ebenfalls überaus positiv fällt die Bilanz bei den Katzen aus. 42 wurden abgegeben, mit 131 landeten recht viele Stubentieger als Fundtiere im Tierheim. Stolze 131 Katzen und Kater fanden ein neues Zuhause. Auffällig sei bei den Katzen gewesen, so Nadescha Roth, dass man es immer mehr Jungtieren zu tun habe; alleine zwölf Katzen wurden dort geboren. Die Vereinsvorsitzende und die Tierheim-Chefin appellieren vor allem an Katzenbesitzer, die ihren Liebling als Freigänger halten, die Tiere doch kastrieren zu lassen. Wie aus der Jahresbilanz weiter hervorgeht, wurden 72 Kleintiere abgegeben, 28 gefunden. Fast dramatisch entwickelte sich dabei ein angeblich gleichgeschlechtliches Rattenpärchen, das es auf 48 Nachkommen brachte. 140 Kleintiere wie Kaninchen, Meerschweinchen, Hamster oder Chinchillas verließen das Tierheim wieder.

Sehr wichtig für das Tierheim ist der Pensionsbetrieb, so Daniela Pergola. Ein Viertel der monatlichen Kosten wird durch den Zuschuss der Stadt Rastatt gedeckt; den Rest „müssen wir selbst irgendwie aufbringen, aus den Mitgliederbeiträgen und Spenden“, so Pergola. Und daher sind die Einnahmen aus dem Tierpensionsbetrieb so wichtig. Dank der Zulassung der der neuen Katzenpension sieht Nadescha Roth die Pension gut aufgestellt, die „Gästezahl“ ist gestiegen, insgesamt waren 289 Vögel, Hunde, Katzen und Kleintiere temporär in der Klärwerkstraße untergebracht. Das Tierheim-Team, das neben Nadescha Roth zwei weitere feste Mitarbeiter und einen Auszubildenden umfasst, habe sehr gute Arbeit geleistet, so die Vorsitzende des Tierschutzvereins. Froh sind die Verantwortlichen über die zahlreichen ehrenamtlichen Helfer.

Im abgelaufenen Jahr wurde der Neubau einer Hunde- und Katzenhalle von den Behörden abgenommen und eine Genehmigung für die Zwingerüberdachung erteilt. Alle 15 Zwinger sind nun überdacht. Mit den zwei großen und neun kleinen Freilaufflächen sieht Roth „ihr“ Tierheim für seine Aufgaben gerüstet. Natürlich seien stets kleine Reparaturen fällig, die jedoch immer je nach Lage der Mittel ausgeführt würden. Da sind die Verantwortlichen froh, wenn sich ein handwerklich begabter Mensch ehrenamtlich einbringt.

In diesem Jahr sollen die Hundeausläufe umgestaltet werden. Die Kleintiere erhalten ein neues Freigehege. Eine weitere „Baustelle“ ist das Tierheim-Auto. Der bisher über Sponsoring finanzierte Kombi muss abgegeben werden. Bisher haben sich zu wenige Sponsoren gefunden um dieses Modell fortzuführen, so Daniela Pergola.

Allgemein sieht die Vorsitzende den Tierschutzverein auf einem guten Weg, auch wenn wegen einiger Verunsicherung beim Beitragseinzug einige Mitglieder ausgetreten seien. Daniela Pergola und Nadescha Roth wünschen sich möglichst viele ehrenamtliche Helfer, neue Vereinsmitglieder und die eine oder andere Spende (auch Futter und Katzenstreu).

Quelle: BT (Badisches Tagblatt)

 

"Die Tierheime übernehmen immer mehr staatliche Aufgaben ohne kostendeckende Erstattung. Die Kommunen nehmen jährlich über 250 Mio. Euro aus der Hundesteuer ein. Davon benötigen wir 20 Prozent als Rettungsschirm für Tierheime."

Wolfgang Apel, Ehrenpräsident des Deutschen Tierschutzbundes